«Zäämestoh» – Sissacher Fasnacht klopft an
06.02.2025 FasnachtHeute in genau fünf Wochen wird die Fasnacht Sissach mit der traditionellen Chluuri-Verbrennung schon wieder vorüber sein. «Sissach aktuell» stellt die wichtigsten Eckpunkte der Fasnacht im Jubiläumsjahr 2025 vor.
Sonntag, 9. März 2025: Um 14 Uhr beginnt für das Publikum in Sissach die diesjährige Fasnacht mit dem Auftakt des grossen Umzugs. Traditionell angeführt durch die bald einmal 100-jährige Nuggi-Clique wälzt sich ein Zug bestehend aus rund 70 Gruppen – Cliquen, Guggen, Wagen – plus zahlreiche Kleinformationen («Schissdräckzügli») von der Rheinfelderstrasse her durch die Begegnungszone via «Volksstimme» über die Bahnhofstrasse bis zum Postplatz.
Ab hier beginnt das fasnächtliche Treiben, das erst in der darauffolgenden Donnerstagnacht – mit der Chluuri-Verbrennung auf dem Richtplatz der Grossen Allmend – zu Ende gehen wird. Dazwischen wird es zu einigen Höhepunkten kommen, von denen eine kleine Auswahl Erwähnung finden wird:
Sonntag, 9. März:
Laternen-, Fackel- und Chienbäse-Umzug
Der Sonntagabend steht im Zentrum des Lichts und des Feuers: Angeführt von den Laternen der Cliquen zieht ab 19.30 Uhr ein Lichtermeer fast über dieselbe Route wie am Nachmittag am Publikum vorüber: Da werden zum einen die bekannten Chienbäsen und Feuerwagen durch die Strassen getragen und gezogen. Andererseits wird man (hoffentlich) wieder zahlreiche spektakuläre Licht- und Feuerinstallationen bewundern können.
Tipp 1: Im Dorf sind genügend mobile WCs und Urinals aufgestellt, damit niemand wildpinkeln muss. Diese Möglichkeiten bleiben während der ganzen Dauer der Fasnacht bestehen.
Tipp 2: Unterstützen Sie die Fasnacht, indem Sie eine Plakette tragen und die Fasnachtszeitung «Glöggeliwagä» erwerben.
Montag, 10. März:
Morgestreich und Schnitzelbänke
Jene, die es früh aus den Federn schaffen, haben die Möglichkeit, ab 4 Uhr morgens den Morgestreich mitzuerleben. Cliquen und Guggen werden von verschiedenen Orten aus ab 4 Uhr morgens symbolisch die fasnächtliche Zeit einläuten, indem sie durch die Gassen ziehen. Die nächtliche Stille der Gassen lassen die Instrumente in einer gewaltigen Wucht ertönen. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich den einzelnen Gruppen anzuschliessen. Bei der stärkenden Mehlsuppe im Anschluss kann so der Morgen für einmal auf eine ganz spezielle Art begrüsst werden.
Der Montagabend gehört traditionell den Schnitzelbankgruppen, die von Beiz zu Beiz ziehen und dem Publikum ihre «Bösartigkeiten» präsentieren. Da heuer zwei Bänke weniger auf der Piste sind, lässt es sich in den Beizen stressfrei und locker geniessen.
Tipp: Es lohnt sich, im Hinblick auf den Schnitzelbankabend frühzeitig seinen Platz in einem Restaurant seiner Wahl zu reservieren. Die Bänkler verkehren in folgenden Beizen: Sydebändel, Sternen, Löwen, Lindbergh Pub, Jakobshof, Spootzünder-Chäller, Verdi, Linde, Caprice, Lounge 11, Tschudy Wyystube, Rubino und Sonne.
Dienstag, 11. März:
Kinderball und Guggenkonzerte
Der Fasnachtsdienstag gehört ab 13.30 Uhr einerseits dem Nachwuchs, andererseits den Fans der Guggentöne. Das Unterhaltungsprogramm besteht aus Spielen, Musik, Spass und diversen Attraktivitäten wie zum Beispiel einem Schminkstand und einem Ballonkünstler. Zur Stärkung erhält jedes kostümierte Kind ein Getränk und einen Imbiss umsonst. Nach dem Kinderball findet der Kinderumzug durchs Dorf statt. Er geht mit einer farbenfrohen Konfettischlacht vor dem «Cheesmeyer» zu Ende.
Abends ab 18.45 Uhr werden rund 20 Guggen aus Sissach und der Region zu einem Open-Air-Erlebnis der besonderen Art rufen (bis ca. 23.30 Uhr). Nicht nur musikalisch wird eine Menge geboten, auch das Kulinarische soll nicht zu kurz kommen. Ab 18 Uhr lockt zudem die Wagenburg in der Begegnungszone.
Mittwoch, 12. März:
Beizenfasnacht mit Chluuri-Aktivitäten
Das bunte Treiben unter dem Namen «dr Ursprung» findet in diversen Sissacher Lokalen ab 20 Uhr statt. In den fasnächtlich dekorierten Restaurants werden Chluuri-Gruppen zum Intrigieren einfallen und Leben in die Bude zaubern. Ein vergnüglicher Abend mit Witz und Humor, musikalisch untermalt mit sporadischen Besuchen von Cliquen und Guggen, ist gewiss.
Tipp: Interessierte, die sich aktiv am Ursprung als Chluuri oder Gruppe beteiligen möchten, können sich bei der FGS-Präsidentin Rebecca Badella per E-Mail an die Adresse rebecca.badella@fgs-sissach.ch anmelden.
Donnerstag, 13. März:
Chluuri-Verbrennung
Der Trauerzug startet um 19.30 Uhr bei der Kantonalbank und führt über die Sonnenkreuzung via Rheinfelderstrasse bis zum Richtplatz auf der Allmend. Mit den Worten «Aadie Chluuri, aadie Fasnecht!» beendet der wie immer beeindruckend gut informierte «Leichenredner» das Spektakel, bevor das Chluuri in Feuer und Flammen aufgeht.
Tipp: Tragen Sie als Zuschauende nicht ihren neusten Mantel (wegen möglicher fliegender Glut), dafür genügend Münz bei sich, um die heulenden und bettelnden Chluuri gebührend zu trösten.