Bis auf Weiteres kein Baselbieter Uni-Standort
03.04.2025 Bezirk Liestal, Gesellschaft, Gemeinden, Region, Baselbiet, Bildung, PolitikRegierungsrat sistiert Campus-Projekt auf dem Dreispitz-Areal
Vor drei Jahren übernahm der Kanton Baselland die Planung für den von den beiden Basel beschlossenen Umzug der Wirtschaftswissenschaftlichen und der Juristischen Fakultät der Uni Basel auf das Dreispitzareal in Münchenstein. Aus dem Baselbieter Uni-Standort wird vorerst nichts: Die Regierung stoppt das Projekt.
sda./vs. Die Baselbieter Regierung will die Entwicklung des Universitätsstandorts Dreispitz in Münchenstein vorerst nicht weiter vorantreiben. Das teilte sie gestern mit. Ein Grund für den Planungsstopp seien die laufenden Gespräche zur künftigen Finanzierung der Uni Basel.
Die beiden Trägerkantone Baselland und Basel-Stadt befinden sich im Gespräch über die Ausgestaltung der Uni-Finanzierung ab dem Jahr 2030. Die Baselbieter Regierung wolle zuerst die Ergebnisse dieser Gespräche abwarten, bevor sie weitere Schritte zum Neubauprojekt im Dreispitz plane. Die Verhandlungen über die Leistungsperiode 2026 bis 2029 und die damit verbundenen finanziellen Beiträge an die Uni seien von der Entscheidung nicht betroffen, schreibt die Baselbieter Regierung.
In ihrer Mitteilung heisst es auch, dass eine Neubeurteilung gezeigt habe, dass die Bedürfnisse der Wirtschaftswissenschaftlichen und Juristischen Fakultät am bestehenden Standort beim Bahnhof SBB in Basel vorerst «ausreichend bedient» werden könnten. An der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät waren im Herbstsemester 2024 insgesamt 1073 Studierende eingeschrieben, an der Juristischen Fakultät 1077.
Jetziger Standort gesichert
Die Regierung von Basel-Stadt nimmt den Entscheid des Nachbarkantons «mit Bedauern» zur Kenntnis, wie es in einer Stellungnahme heisst. Sie gehe aber davon aus, dass der Entscheid den «gemeinsamen Wunsch» nach einem Universitätsstandort auf dem Dreispitz nicht grundsätzlich in Frage stelle.
Zu einem Standort im Baselbiet – auch Liestal kam dazumal infrage – hatten sich beide Trägerkantone im Jahr 2018 öffentlich bekannt. Damals gaben die Regierungsräte beider Basel bekannt, dass die Wirtschaftswissenschaftliche und die Juristische Fakultät in Münchenstein in ein geplantes neues Uniquartier zügeln sollten. Damit wäre das Baselbiet zu einem «echten» Uni-Standortkanton geworden.
Da es sich bei der Sistierung dieses Projekts um einen politischen Entscheid handle, wolle die Universität Basel diesen nicht kommentieren, heisst es in einem Statement der Alma Mater. Die Uni habe Ende 2023 die Mietverträge der beiden betroffenen Fakultäten am Peter-Merian-Weg beim Bahnhof SBB in Basel bis 2039 verlängert. Damit verfüge sie über eine «funktionierende Perspektive» für die beiden Fakultäten, schreibt ein Mediensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Uni hoffe darauf, dass sich die Regierungen auf eine nachhaltige Finanzierung der Hochschule einigen können.
Die gemeinsame Uni-Finanzierung der beiden Basel geriet kürzlich durch eine vom Rünenberger Gemeinderat lancierte Initiative unter Druck, welche die SVP-Fraktion im Landrat unterstützt. Die Gegner der Baselbieter Vollkosten-Beiträge an die Uni Basel verweisen in ihrer Argumentation unter anderem darauf, dass das Baselbiet bis heute keinen Uni-Standort hat, obwohl der Kanton praktisch gleich viel an die Uni Basel zahlt wie Basel-Stadt.