Konzernverantwortungsinitiative scheitert am Ständemehr - nur Romandie und urbane Kantone stimmten für die Initiative

| So, 29. Nov. 2020

Zwar hat das Schweizer Stimmvolk der Konzernverantwortungsinitiative am Sonntag knapp zugestimmt. Das Ständemehr wurde jedoch deutlich verfehlt. Ausserhalb der lateinischen Schweiz vermochten die Initianten nur in urbanen Gegenden zu punkten.

Gemäss den nun vorliegenden Schlussresultaten aus den Kantonen lag der Ja-Stimmen-Anteil bei 50,7 Prozent. Insgesamt stimmten 1'299'173 Personen für das Volksbegehren, 1'261'673 Personen dagegen. Deutlicher ist das Ergebnis bei den Ständen: Nur 8,5 Stände sagten Ja, 14,5 Stände sagten Nein.

Besonders hoch war der Nein-Stimmen-Anteil in den ländlichen Kantonen der Deutschschweiz. Das deutlichste Nein verzeichnete demnach Schwyz mit 68,4 Prozent, gefolgt von Nidwalden mit 67,8 Prozent, Appenzell Innerrhoden mit 65,0 Prozent, Zug mit 64,8 Prozent und Obwalden mit 63,8 Prozent.

Nur die Mehrheit der Stimmenden in den Kantonen Basel-Stadt (61,9 Prozent), Bern (54,6 Prozent), Freiburg (56,6 Prozent), Genf (64,2 Prozent), Jura (68,7 Prozent), Neuenburg (64,6 Prozent), Tessin (54,2 Prozent), Waadt (59,8 Prozent) und Zürich (52,8 Prozent) stimmten der Konzernverantwortungsinitiative zu. In den Kantonen Glarus, Baselland, Schaffhausen und Graubünden sagte nur eine relativ knappe Mehrheit - sprich mit weniger als 55 Prozent - Nein.

In Vevey VD, am Sitz des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, sagten 73,2 Prozent der Stimmenden Ja zur Initiative. In Baar ZG, dem Hauptsitz von Glencore, wurde das Volksbegehren mit 64,9 Prozent abgelehnt. In Basel, wo der Pharmariese Syngenta seinen Sitz hat, waren 63,7 Prozent für die Initiative. Schliesslich lehnten in Rapperswil-Jona SG, dem Hauptsitz von LafargeHolcim, 51,7 Prozent die Konzerninitiative ab. sda. 

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